Die wohl einzige, unwiderstreitbare Wahrheit ist der Tod. Der Tod gibt nie nach, ist immer bereit. Er scheint allmächtig, so sakrosankt, denn er beendet doch jedes Leben und schreibt sie in den Wind. Dabei darf man nie außer Acht lassen, dass der Tod ohne die Geburt nicht existieren kann. Er ist an an der Geburt arretiert und mit ihr festverwachsen, wie der Mensch, der das gleiche Schicksal mit seiner Nabelschnur teilt. Sokrates schlug nicht zuletzt vor, den Tod nicht als furchteinflößend und als Werkzeug des Bösen zu verteufeln, getrieben von der deletären Angst des Ungewissen. Man könne sowieso nicht abwägen, ob einen ein traumloser Schlaf oder die Hölle erwartet. Am Ende des Tages entscheidet man sich gegen die Idee des Ungewissen, der einzig kongruenten Realität aller, wie es eben ein desillusioniertes und ablenkbares Wesen machen würde, welches sich am liebsten in routinemäßige Langeweile suhlt. Man betrachte den Menschen nur beim Verspeisen unzähliger Sonnenblumenkerne - wie er diese immer mit dem selben Zahn aufbricht und wie er den Zahn zu einem Diamanten schleift, wie es ihn süchtig macht, sich ihnen immer im gleichen Rhythmus anheimgibt und wie er das Verschlucken einer Schalenspäne für einen kleinen Kern in Kauf nimmt. Welch Einfalt hingegen veranlasste uns, unerbittlich bis zum heutigen Tage und bis zum Erbrechen den Sinn des Lebens zu erfragen. Wird das nicht langsam langweilig? So frage ich lieber: was ist der Sinn des Todes? Leben!
Der Sinn des Todes
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