Weißaus

by rain

Er ist wie einer dieser saisonalen Bäume.

Keiner vermisst ihn, wenn er abstirbt, seine Blätter verliert. Aber sobald er blüht, wird er wieder mit Freuden begrüßt. Er ist kein immergrün, mehr noch nimmer grün.

Immer fort fährt er vor sich hin. Die Wege scheinen kein Ende zu nehmen. Er fragt sich, ob das das Ende sei? Wenn, wenn sich nichts zu ändern scheint, wenn alles gleich bleibt, wenn man sich den Weg selbst ebnet zeitlos wie die Zeit aber verloren in der Zeit, so fährt er nun vor sich hin, resigniert. Er würde die ganze Zeit geradeaus fahren, wenn es die Wege erlauben würden. Er weiß nicht, wo er hinsehen soll. Unlust macht blind. Er sieht nur weiß auf weiß, aus dem weiß ins Weißaus.

An ihm fahren Autos vorbei. Er bemerkt sie nur flüchtig als kurze vorbeihuschende Geister. Er ist zu sehr vertieft, das Ende zu suchen. Das ist schwer, ungefähr so schwer wie den Anfang rückgängig zu machen. 

Dann gab sein Auto auf. Er hielt auf am Straßenrand und stieg unbesorgt aus. Ihm entkam nicht einmal ein Seufzen. Sein Gesichtsausdruck ausdruckslos. Und er ging dem Weiß entgegen, hinterlässt nur stille Spuren.